Monatsarchiv: August 2017

Ich bin der Querschläger – Ein Gespräch mit dem vietnamesisch-amerikanischen Autor Viet Thanh Nguyen über seinen provozierenden Agentenroman „Der Sympathisant“, für den er 2016 den Pulitzerpreis erhielt, und darüber, wie Coppolas „Apocalypse Now“ ihn traumatisierte

hh03Der vietnamesisch-amerikanische Autor und Literaturdozent Viet Thanh Nguyen gewann 2016 mit seinem Romandebüt „The Sympathizer“ den Pulitzerpreis. Als Geständnis eines Untergrundagenten der Vietcong in Südvietnam und Amerika geschrieben, erzählt die Geschichte von den widersprüchlichen Masken, mit denen der Romanheld leben muss. Jetzt erscheint das Buch unter dem Titel „Der Sympathisant“ auf Deutsch.

SZ: Stimmt es, dass das Manuskript Ihres inzwischen mit Preisen überhäuften Romans „Der Sympathisant“ von dreizehn Verlagen abgelehnt wurde?

Viet Thanh Nguyen: Ja, dreizehn von vierzehn Verlagen lehnten das Buch ab. Die Verleger waren darauf wohl nicht vorbereitet: dass ich den Vietnamkrieg aus einer völlig anderen Perspektive erzähle, als es die bisherige Lesart in Amerika erlaubte – inhaltlich wie stilistisch.

Sie hatten beschlossen, keine Rücksicht auf den Literaturmarkt zu nehmen?

In Amerika gehöre ich als Vietnam-Amerikaner einer Minderheit an. Und für Schriftsteller ethnischer Minderheiten gilt seit jeher: Wenn ihr gehört werden wollt, dann sprecht gefälligst zur Mehrheit. Ich aber habe mir das Privileg herausgenommen, als Vietnamese einen fiktiven vietnamesischen Leser zu adressieren, also so zu tun, als ob ich selbst Teil einer Mehrheit wäre.

Ihr Romanheld gerät als Untergrund-Agent der Vietcong in eine Identitätskrise. Französischer Vater, vietnamesische Mutter, katholische Erziehung, kommunistische Ideale und über allem der korrupte amerikanische Traum. Wie weit haben Sie da aus Ihrer eigenen Biografie geschöpft?

Innerlich kann ich jederzeit mit ihm fühlen. Ich bin in Vietnam geboren, kam mit vier Jahren in ein amerikanisches Flüchtlingslager, in dem vietnamesisch gesprochen, gekocht und über unsere Geschichte debattiert wurde. Nie konnte ich ein vollständiger Amerikaner sein. Und das schmerzte. Als Schriftsteller aber hilft mir meine multiple Persönlichkeit, weil ich meine Figuren aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten kann. Tatsächlich habe ich während der zwei Jahre, die ich an meinem Roman schrieb, zum ersten Mal so etwas wie inneren Frieden verspürt. Da war die Einsicht: Wir alle tragen Masken – und wir müssen uns nicht den anderen zuliebe einfacher machen, als wir sind.

Aber definiert sich Amerika denn nicht von Anfang an über seine Einwanderer? Wo, wenn nicht hier, konnte man sich selbst eine Identität zusammenbasteln?

So würde sich Amerika gern selber sehen. Aber wir gehen in unserer Geschichte durch Zyklen, in denen wir immer wieder Einwanderer zurückweisen, sie verteufeln, wie die Japaner im Zweiten Weltkrieg oder wie es gerade mit den Mexikanern unter Präsident Trump geschieht.

Sprechen Sie mit Ihrem Buch nicht indirekt auch die Flüchtlingskrise an, die gerade Europa spaltet?

Natürlich braucht Amerika wie auch Europa weiterhin Immigranten. Sie sind ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, ein wesentlicher Teil der technischen Innovationen geht auf ihr Konto. Stellen Sie sich mal vor, wie scheußlich das Essen in Amerika ohne Immigranten wäre! Aber bei dem Wort Flüchtling haben plötzlich alle Angst.

Was unterscheidet das Verständnis von Immigranten und Flüchtlingen?

Immigranten sind Menschen, die freiwillig und legal herkommen. Während Flüchtlinge, wie die Vietnamesen in Amerika, zu einem Leben in der Fremde gezwungen wurden. Flüchtlinge sind auf jeden Fall unwillkommener als Immigranten. Sie sind stigmatisiert. Man sieht in ihnen keine vollwertigen Menschen, selbst die Ankunft der mit Amerika doch verbündeten Südvietnamesen hat in der Bevölkerung ein Gefühl der Bedrohung erzeugt …

Warum?

Weil es sie daran erinnert, dass die Distanz zwischen ihrem komfortablen, stabilen Leben und einer Flüchtlingsexistenz gar nicht so groß ist. Auch wir können unser Heim verlieren. Auch wir können obdachlos werden, wenn etwas schiefläuft in unserem Leben. Aber da ist noch ein anderer Grund der Ablehnung: Wenn sich Menschen im Westen damit auseinandersetzen, warum es diese Flüchtlinge gibt, dann müssen sie auch Fragen nach der Mitschuld ihrer eigenen Länder stellen.

Sie erklären, dass es keine bloße Großherzigkeit Amerikas war, einige Hunderttausend Boatpeople aus Vietnam bei sich aufzunehmen, ja, dass es ohne Amerikas fatale Politik diese Flüchtlinge gar nicht gegeben hätte. Sind Sie nicht froh, vor dem Kommunismus gerettet worden zu sein?

Genau das erwarten die Amerikaner von uns – und viele amerikanische Vietnamesen haben diese Sicht adaptiert. Ich bin da der Querschläger. Weil ich eben nicht nur an die 60 000 gefallenen GIs, sondern an die drei Millionen vietnamesischen Opfer der amerikanischen Bombardierungen erinnere. Viele Amerikaner wollen das nicht wissen. Genauso wenig wie die Tatsache, dass sie über die Wirtschaft indirekt auch Teil des militärisch-industriellen Komplexes sind.

Welches Feedback haben Sie von amerikanischen Lesern bekommen?

Selbst liberale Amerikaner winden sich offensichtlich bei der Lektüre des Buches. Weil sie es nicht gewohnt sind, eine andere Geschichte als die von Amerika, dem großen Retter, zu hören – erst recht nicht aus dem Mund eines Vietnamesen. Schlimmer noch sind die Patrioten: Von ihnen habe ich eine Menge Hass-Mails bekommen. Wenn ich so undankbar sei, solle ich doch nach Vietnam zurückgehen.

Dabei kritisiert Ihr Buch nicht nur Amerika, sondern zeigt auch das Scheitern des vietnamesischen Kommunismus und seiner Ideale …

Patrioten sind meist taub für Zwischentöne. Sie wollen sich nur an die Gräuel der Gegenseite erinnern. Letztlich geht es ihnen um die Rechtfertigung einer Politik der globalen Vorherrschaft. Die Kriege im Irak und in Afghanistan bilden heute eine Fortsetzung der amerikanischen Expansionsstrategie, die bereits 1898 begann, als die Vereinigten Staaten die Philippinen besetzten, und die mit der Niederlage in Vietnam einen ersten Dämpfer erhielt.

Sie persiflieren in „Der Sympathisant“ Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ als Geschichtsklitterung. Dabei kommen die Amerikaner in dem Film doch gar nicht gut weg …

Ob gut oder böse, die Amerikaner spielen immer und überall die Hauptrolle. Alles wird durch ihre Brille gesehen und gefiltert. So schreiben im Rückblick auf diesen Krieg die Verlierer, die Amerikaner, die Geschichte – während Millionen im Krieg ermordete Vietnamesen bloßes Menschenmaterial bleiben. „Apocalypse Now“ hat mich als Jugendlicher traumatisiert. Einerseits identifizierte ich mich mit den amerikanischen Soldaten, andererseits waren deren anonyme Opfer Vietnamesen wie ich. Ich habe das als persönliche Beleidigung genommen. Deswegen möchte ich als Schriftsteller andere Geschichten erzählen als die Hollywood-Stereotypen, mit denen Amerika der ganzen Welt seine Sicht aufdrückt. Es ist zwar nur ein Buch. Aber schon ein kleines Loch in dieser Lügenfolie freut mich.

Im Gegensatz zu Ihren Eltern haben Sie Ihren vietnamesischen Namen behalten. Warum?

Meine Eltern waren als Lebensmittelhändler Pragmatiker. Sie wussten, dass es dem Geschäft hilft, wenn ein amerikanischer Name über der Ladentür prangt. Das hat sie in ihrer vietnamesischen Identität nicht angetastet. Bei mir verhält es sich umgekehrt. Ich fühle mich zwar als Amerikaner, möchte aber den Teil von mir betonen, den Amerika allzu gerne übersieht. Eine Art Trotzreaktion: Die Amerikaner sollen sich daran gewöhnen, meinen vietnamesischen Namen zu buchstabieren – das ist mein kleiner Beitrag zum Selbstverständnis amerikanischer Kultur und Literatur.

JONATHAN FISCHER

SZ 18.8.2017

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Herzen und Häuser öffnen: Carlos Santana veröffentlicht ein Soul-Album zusammen mit den „Isley Brothers“ – und bereitet die Botschaft von Woodstock wieder auf

Der Musiker Carlos Santana wurde 1969 in Woodstock zum Weltstar, bereicherte die Rockmusik um eine neue Variante und verkaufte mehr als 90 Millionen Alben. Im Interview spricht der 70-Jährige über seine mexikanischen Wurzeln, den Geist von Woodstock, Trumps Mauer, Angela Merkel und warum wir gerade heute bewusstseinserweiternde Musik brauchen.

SZ: Amerika ist heute gespaltener denn je. Haben Sie das Gefühl, dass Ihre mexikanischen Wurzeln gerade an Bedeutung gewinnen?

Carlos Santana: Ich komme zwar aus Mexiko, aber ich habe als Musiker immer Amerika und seine Offenheit geliebt und alles gemischt, was ich in meiner Zweitheimat San Francisco auf den Straßen hörte.

… um Ende der Sechzigerjahre mit Ihrer Fusion aus Latino-Rhythmen, Rock und Soul zum ersten mexikanischstämmigen Superstar heranzuwachsen.

Nein, Richie Valens und José Feliciano waren schon vor mir berühmt. Aber ich habe vielleicht mehr als andere meine mexikanischen Wurzeln hinter mir gelassen. Meine Helden hießen eben BB King, Jimi Hendrix oder Olatunji. Was ich spiele, hat zu 99 Prozent afrikanische Ursprünge. Ich verdanke Afrika alles. Und auch die Zukunft der Musik wird von dort kommen.

Auf Ihrem aktuellen Album „Power Of Peace“ verpassen Sie allerdings mit Ihrer Frau Cindy Blackman und den Isley Brothers vor allem einem Dutzend Soulklassikern Ihr bewährtes Santana-Conga-Rock-Gewand. Ein Zeichen von Altersnostalgie?

Für mich hat das nichts mit Nostalgie zu tun. Wir haben unseren neuen Song „I Remember“ neben „Higher Ground“ von Stevie Wonder, „Mercy Mercy Me“ von Marvin Gaye oder Billie Holidays „God Bless The Child“ ihrer Botschaft wegen ausgesucht, einer Botschaft, die heute aktueller ist denn je zuvor …

Sie verfolgen mit dem Album eine gesellschaftliche Mission?

Unser Ziel ist es, Ängste umzuwandeln. Auf diesem Planeten regiert gerade Angst: Überall fürchten sich Menschen vor ihren Mitmenschen. Wie John Lennons „Imagine“ oder Bob Marleys „One Love“ hat Musik die Fähigkeit, eine Frequenz des Mitgefühls und der Freude zu aktivieren.

Jetzt klingen Sie fast wie ein spiritueller Lehrer, der seine Lehre als Musikalbum verkaufen will …

Ist denn die Liebe nicht schon immer der Kern aller Soulmusik gewesen? Nur scheint uns die Botschaft, die etwa Ron und Ernie Isley seit über fünf Jahrzehnten verkörpern, abhandenzukommen.

Sie haben jüngst zum Zorn vieler Popfans Beyoncé unterstellt, bei ihrer Sorte Musik gehe es eher um Show als um gesangliche Tiefe. Sie mögen den modernen Rhythm‘n‘ Blues nicht sonderlich?

Ich habe mich für die Äußerung entschuldigt. Natürlich kann Beyoncé sehr gut singen. Aber mir fehlt eine spirituelle Dimension im aktuellen Pop. Ich bin mit James Brown, Marvin Gaye und den Isley Brothers aufgewachsen. Jedes ihrer Alben war, als ob du eine Kerze anzünden würdest. Heute höre ich nur Versprechen, aber noch nicht ihre Einlösung …

Dabei gibt es doch heute gerade in der schwarzen Musik von Erykah Badu bis Kamasi Washington, von Solange Knowles bis Flying Lotus eine Menge musikalisch und politisch spannender Stimmen. Sind Sie als Woodstock-Veteran nicht einfach nur enttäuscht, dass der Aufbruchsgeist der Sechzigerjahre weithin verflogen zu sein scheint?

Ich sehe viel Gutes, das auf dem Bewusstseinswandel von damals basiert. Viele junge Amerikaner gehen bis heute als Entwicklungshelfer nach Afrika und Südamerika, arbeiten dort als Ärzte, Lehrer oder Landwirte. Doch auf den Nachrichtenkanälen werden nur die dunkelsten Seiten der Menschheit präsentiert. Das war schon so, als ich in Woodstock auftrat. Wir wollten die andere Seite zeigen.

Sie stehen noch immer zur „Peace, Love and Harmony“-Parole der Hippies?

Hippie ist für mich kein Schimpfwort. Frieden, Liebe, Harmonie sind 2017 genauso nötig wie damals. Wir brauchen eine Bewegung, um die Liebe zur Macht mit der Macht der Liebe zu korrigieren. Diese Macht habe ich selbst erfahren.

Wie war das damals, als Sie mit Ihrer Mutter als jugendlicher Migrant von Mexiko nach Amerika kamen?

In Mexiko spielte ich in Tijuana in einem Bordell, aber es gab kaum berufliche Möglichkeiten. In San Francisco dagegen wurden wir großzügig aufgenommen, ich durfte so viel von Musikerkollegen wie John Mc Laughlin, John Lee Hooker und Miles Davis lernen, und es war für mich selbstverständlich, eine Band aus schwarzen, weißen und Latino-Musikern zusammenzustellen. Amerika, dieser Melting Pot, hat mir erlaubt, mich zu entwickeln.

Ihr Präsident Donald Trump allerdings möchte eine Mauer bauen lassen, damit mexikanische Immigranten nicht mehr so leicht in die USA kommen …

Ach, denken Sie doch an Ihre eigene Mauer in Berlin. Die hatte trotz militärischer Maßnahmen keinen Bestand. Genauso wird es Trumps Mauer ergehen. In Wirklichkeit ist sie eine Mauer der Angst. Sie existiert schon in den Köpfen. Also spar dir das Geld, Mr. President. Am Ende, da bin ich mir sicher, werden die Menschen die Steine wieder abtragen – zu Songs von Bob Marley, Pink Floyd oder Santana.

Das bringt Ihnen sicher den Vorwurf mancher Ihrer Landsleute ein, unpatriotisch zu sein.

Ich werde Ihnen jetzt einen Satz diktieren, der mir wichtig ist: Patriotisch zu sein ist prähistorisch.

Sie haben den afroamerikanischen Footballspieler Colin Kaepernick verteidigt, als er ein Symbol gegen rassistische Polizeigewalt setzen wollte und sich weigerte, zur Nationalhymne aufzustehen. Braucht Amerika Akte der Rebellion?

Ich verstehe, wenn jemand eine Fahne, die mit dem Blut unschuldiger Afroamerikaner besudelt wird, nicht grüßen will. Nur setze ich andere Mittel ein: Ich appelliere mit Songs an unsere Menschlichkeit.

Sie glauben wirklich, dass Musik den Hass aus der Welt schaffen kann?

Ich habe erfahren, dass Musik Menschen verändert. Sie werden empfänglich für die Gefühle anderer. Egal ob sie Polizisten oder Soldaten oder gar Terroristen sind.

Ist das nicht etwas naiv anzunehmen, man könne dem Terrorismus mit Friedensliedern beikommen?

Überhaupt nicht. Vielleicht wären die Anschläge in Paris, in Madrid, in London zu verhindern gewesen, wenn wir die richtige Botschaft überall an den Mann gebracht hätten: Göttlichkeit lässt sich nicht durch den Tod erlangen. Göttlichkeit bedeutet Harmonie, Einheit und Mitgefühl. Allah, Jesus, Buddha, Krishna, sie stehen alle dafür.

Wir haben in Deutschland gerade eine große Kontroverse darüber, ob und wie viele Flüchtlinge unser Land aufnehmen soll. Bekommen Sie das in Amerika mit?

Oh doch, und ich hätte da als Migrant auch einen praktischen Vorschlag: Beobachten Sie ein paar Monate lang das Verhalten der Neuankömmlinge. Wenn sie sich anständig benehmen und als gesetzestreu erweisen, warum sollte man nicht Herzen und Häuser für sie öffnen? Betrüger und Gewalttäter allerdings würde ich umgehend zurückschicken.

Sie haben letztes Jahr einen Dokumentarfilm über die amerikanische Gewerkschafterin Dolores Huerta finanziert. Was können die Menschen heute aus dieser Bürgerrechtsgeschichte lernen?

Der Film über Dolores ist der beste Song, den ich je geschrieben habe. Für mich steht diese arme Tochter mexikanischer Einwanderer in einer Reihe mit Martin Luther King, Desmond Tutu oder dem Dalai Lama. Sie war schon in der Jugend meine Heldin. Weil sie als Herz und Seele der Erntearbeitergewerkschaft United Farm Workers für Gerechtigkeit gerackert hat. Jedes Schulkind sollte sie kennen. Dass das heute nicht der Fall ist, hat auch damit zu tun dass sie eine Frau ist. Eine Kämpferin.

Können Sie der Präsidentschaft von Trump etwas Gutes abgewinnen?

Er bringt den Dreck aus Amerikas Bauch ans Licht. Und Amerika kann sich endlich in die eigenen Gedärme schauen. Was wir einmal als Vereinigte Staaten bezeichnet haben, diese Vielfalt aus Deutschen, Engländern, Puertoricanern, Mexikanern, ist längst nicht mehr vereinigt: Wir bestehen vor allem aus fragmentierter Angst.

Was würden Sie Mr. Trump denn sagen oder vorspielen, wenn er auf einem Ihrer Konzerte auftauchen würde?

Ich würde ihn dazu auffordern, weise Frauen aus aller Welt zu sich zu laden und ihnen zuzuhören. Ihr Deutschen habt Glück. Ihr werdet von einer Frau regiert. Die meisten Ebenen der Weltpolitik werden von Männern dominiert und ihrem Machogehabe. Und wenn ich Macho sage, dann meine ich Ignoranz und Angst.

In zwei Jahren jährt sich Woodstock zum 50. Mal. Werden Sie auf dem Jubiläums-Festival auftreten?

Ich habe vor, mit meiner Frau Cindy dort aufzutreten. Außerdem will ich meine Originalband wiedervereinigen und mit Larry Graham spielen, dem einstigen Bassisten von Sly Stone. Man wird mich möglicherweise mit drei Bands sehen. Glauben Sie mir: Ich habe heute tiefere Überzeugungen und mehr Klarsicht als im Jahr 1969.

JONATHAN FISCHER
SZ 2.8.2017images