Hip-Hop lebt von Posen des Andersseins. Weltanschauliche und musikalische Differenzen werden grossgeschrieben. Die Musikerinnen von Thee Satisfaction (geschrieben: «THEESatisfaction») hätten in dieser Beziehung einiges zu bieten. Wann gab es zuletzt ein Hip-Hop- und R’n’B-Projekt zweier Afroamerikanerinnen – beide bekennende Lesben –, die sich von Sun Ra und Ella Fitzgerald inspirieren lassen? Und ihre Musik beim Grunge- und Indie-Label Sub Pop in Seattle, Washington, veröffentlichen?

Was Hipness betrifft, so erreichen die beiden Intellektuellen mit Afrofrisuren Catherine Harris-White und Stasia Irons – alias Stas und Cat – eigentlich schon die volle Punktzahl, noch bevor sie eine Silbe gerappt haben. Und dennoch scheint ihnen jedes Posieren fremd. Auf ihrem 34 Minuten kurzen Debütalbum «Awe Naturale» verzichten sie auf jede Art von Message-Skits, auf Polit-Botschaften oder auf autobiografische Selbstdarstellung. Umso schöner ist es zuzuhören, wie die Rapperinnen mit höchster soundtechnischer Ökonomie und mit Songs, die kaum länger sind als drei Minuten, souverän am heutigen…

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